Lieber Andreas Korte,

 

nun endlich, wie versprochen, einen kurzen Bericht über die Erfahrungen mit

der Delphin-Lichttherapie. Leider war es nicht möglich eher zu schreiben, für

alles gibt es einen richtigen Zeitpunkt.

Seit ca. 2 Jahren arbeite ich als Heilpraktikerin in eigener Praxis und nach wie vor in meinem alten Beruf als Lehrerin für geistig Behinderte.

Während einer Fortbildung faszinierte mich die Delphintherapie und ich verspürte den Wunsch diese Therapie auch mit meinen geistig und teilweise körperbehinderten Schülern auszuprobieren und durchzuführen.

Für schwerer behinderte Schüler haben wir ein kleines Stundenkontingent

für Kleingruppentherapie oder individuelle Förderung zur Verfügung.

Ab Oktober 2004 zog die Delphin-Lichttherapie freitags in den 1. Block, das

heißt von ca. 8.30 – 10.00 Uhr, bei uns in der Schule ein und vom ersten Erlebnis

bis heute bin ich immer mehr erstaunt und überrascht von der Wirkung dieser

Therapieform.

Die Gruppe ist gemischt von nicht sprechenden, körperbehinderten, geistig be-

hinderten bis hin zu sehr unruhigen und hyperaktiven Schülern, alle ca. 17 Jahre

alt.

F.: spricht sehr undeutlich einzelne Wörter, ist sehr mit seiner eigenen Person

beschäftigt, kratzt sich und auch teilweise Lehrer und Mitschüler. Er setzt sich

in das Licht, wird immer ruhiger und bekommt einen Ausdruck im Gesicht als würde er vor dem Weihnachtsbaum mit ganz vielen Lichtern stehen.

N.: ca. 30 Jahre alt; hatte vor einiger Zeit einen schweren Unfall, ist seitdem

geistig und körperlich behindert. Er kann sprechen und schreit sehr häufig.

Er besucht die Werkstatt für Behinderte.

N. weigerte sich anfänglich sich in das Licht zu setzen, war also die erste Stunde

„nur mit anwesend“. Während seiner ersten „Sitzung“ verglich er das Licht und

seine Gefühle, die er damit verband, mit der Liebe seiner Eltern. Später wäh-

rend einer darauf folgenden Therapiestunde erzählte er von seiner ersten Liebe.

Ein anderes Mal berichtete er aus seiner Jugendzeit, in der er zu den Neonazis

und Skinheads gehörte und seinen Eltern wohl ganz viel Sorgen und Kummer bereitet hat. In der letzten Therapiestunde hat er aufgeregt von seiner Geburt

erzählt, die wohl sehr schwer gewesen sein muss. Er konnte besonders gut das

Licht aufnehmen. Bei ihm muss das Dia immer mit der Schrift nach hinten zeigen. Er spürt die unterschiedlichen Qualitäten.

 

 

Interessant ist noch, dass er nach dieser Einheit eine Physiotherapie bekommt

und die Therapeutin beobachtet, dass er seitdem besser anzusprechen ist und

aktiver mitarbeitet und sich nicht mehr so häufig verweigert.

S.: ein autistischer geistig behinderter Mitarbeiter der Werkstatt möchte

nicht aus dem Licht gehen, hat nach der „Delphinzeit“ eine spürbar bessere

Durchblutung und kann sich danach allerdings nur langsam wieder auf seinen

Alltag einstellen. Wenn ich S. auf dem Schulhof oder auf dem Flur

treffe, erinnert er mich immer wieder an die „Delphinzeit“, indem er mit seinen

Worten sagt: „Fische spüren, Fische tragen uns.“ Er wird ruhig, allein schon bei

dem Gedanken daran.

Während der Delphintherapie ist es möglich, dass Schüler, die sonst sehr häufig

miteinander streiten, Unruhe verbreiten, ruhig werden und sich immer wieder

auf die Freitags-Delphinrunde freuen.

Der Ablauf sieht folgendermaßen aus:

Die Schüler bilden einen an einer Seite offenen Stuhlkreis. Ein Schüler sitzt im

Licht für ca. 10 Min. In der Mitte des Kreises stehen zwei Delphine, die auf einer Metallspitze balancieren und in Bewegung gesetzt rhythmisch schaukeln.

Rund um die Delphine liegen Ostseesteine, die die Jugendlichen auch teilweise

in ihre Hände nehmen.

Zum Abschluss jeder Therapiezeit schenke ich dem jeweiligen Schüler einen

Delphintropfen und massiere damit seine Hände. Die Delphineinheit wird mit

Delphinmusik begleitet.

Die Lichttherapie ist zu einer festen Einrichtung in unserer Schule geworden

und hat mittlerweile den Ruf wie ein kleines Zauberwerk.

Ich könnte mir auch gut vorstellen für einige Schüler die Lichttherapie an den

Anfang eines Schultages zu stellen oder in schwierigen Situationen als Therapie

zur Verfügung zu haben.

In meiner Praxis nutze ich diese Therapieform auch gern nach einer notwendigen

Injektion, der Patient hat die Möglichkeit in sich selber zu spüren und die Injek-

tion und ihre Wirkung bekommen eine andere Qualität

Nach wie vor bin ich überzeugt von der besonderen Qualität der Delphin-Licht-

Einheit und sehr dankbar dafür sie kennen lernen zu dürfen.

Ich möchte diese Therapie in meiner Praxis weiter ausbauen und würde mich

über weiteres Info-Material auch zu den Anschaffungskosten anderer Dias sehr freuen.

 

Mit herzlichem Dank

M-L. P.